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Jedes Jahr kommen neue Arten an die deutsche Küste. Hier halten wir Sie auf dem Laufenden!

 

Aus Belgien wird die Ankunft einer neuen Seepocke gemeldet (link). Balanus glandula ist eine robuste, kleine Art, die sich vor allem im oberen Intertidal künstlicher Hartsubstrate angesiedelt hat. Von der Pazifikküste Nordamerikas stammend ist sie bereits in Argentinien, Sudafrika und Japan "eingefallen" und gilt daher als invasive Art. 2015 wurde sie das erste mal an einem belgischen Forschungsschiff gefunden, 2017 war sie bereits weit verbreitet. Leider muss auch befürchtet werden, dass Balanus glandula über kurz oder lang an der deutschen Nordseeküste erscheinen wird. Um besondere Aufmerksamkeit wird gebeten, ein Bestimmungsschlüssel findet sich im Artikel hinter dem link.

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Gewinner des Ideenwettbewerbs ist anscheinend Dr. Joseph Resnick (link hinter dem Bild). 

Er möchte Biocide oder Gensonden per Mikroverkapselung gezielt zu invasiven Arten wie Zebramuscheln transportieren. 

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Die australische Regierung hatte einen Ideenwettbewerb für innovative Methoden, marine invasive Arten zu bekämpfen, ausgeschrieben. Genauere Informationen finden sich unter der obigen link. Wir haben die zugehörige "Evaluierung" verfolgt, da auch wir damit beschäftigt sind, Strategien für den Fall von neuen Invasionen zu entwickeln: Früherkennung - Rapid Response - Management.

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BioConsult Schuchardt & Scholle meldet für 2017 einen bisher für die Nordsee unbekannten Polychaeten aus der Familie Phyllodocidae, der im Gezeitenbereich der Wesermündung gefunden wurde. Die Art weist in ihrer  Merkmalsausprägung eine große Ähnlichkeit zu Hypereteone lighti (Hartman 1936) auf. Eine Beschreibung von H. lighti findet sich in Wilson (1988, Memoirs of the Museum of Victoria 49(2): 385-431). Die  taxonomische Bearbeitung des Polychaeten steht noch aus und damit die endgültige Artbestimmung und ob es sich dabei um ein Neozoon handelt. 

Es soll um verstärkte Aufmerksamkeit bei der Bearbeitung von Proben gebeten werden, in denen der Polychaet möglicherweise auftauchen kann. In diesem Fall bitten wir um eine Meldung an die Neobiota-Plattform.

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Dieser Neubewohner wurde ebenfalls beim Schnellerfassungsmonitoring (s. eRAS - link) im Sommer 2017 im Kieler Hafen gefunden. Es handelt sich um die Seescheide Styela clava, die sich aus dem Westpazifik stammend schon seit 1997 in der Nordsee angesiedelt hat. Das Auftreten in Kiel ist sehr ungewöhnlich, weil eigentlich der Salzgehalt in deutschen Ostseegewässern zu niedrig für diese Art sein müsste. Es bleibt abzuwarten, ob sie auf Dauer in Kiel überleben kann.

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Ein neuer Fund (August 2017) ist dieser kleine Ringelwurm aus der Gattung Laonome im Schleusenbereich von Brunsbüttel an der Elbe. Die noch nicht näher bestimmte Art wurde beim Rapid Assessment Monitoring im Brackwasser gefunden. Vermutlich ist die Art identisch mit Funden aus der östlichen Ostsee und möglicherweise auch mit Funden aus den Niederlanden. Genauere taxonomische und genetische Untersuchungen stehen noch aus. Der Meldung, dass sie bereits im vorigen Jahr im Nord-Ostsee Kanal aufgetaucht ist, wird momentan nachgegangen.

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Kooperation mit Senckenberg am Meer - Beginned 2017 wird uns die Senckenberg-Gesellschaft mit genetischen Untersuchungen der gefundenen Neobiota unterstützen. Genetische Methoden werden nicht nur bei der Identifikation von Arten immer wichtiger, sondern können auch Aufschlüsse über die Verbreitungswege der verschiedenen Populationen geben.

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Undaria pinatifida - Wakame

Diese ziemlich große Braunalge stammt aus dem westlichen Pazifik, wo sie große Bedeutung in der asiatischen Küche und Aquakultur hat.

 

Sie wurde an der deutschen Nordseeküste das erste Mal im Sommer 2016 während des Schnellerkennungsmonitorings in Hörnum auf Sylt gefundent. Die als invasiv gefürchtete Alge reist vermutlich vor allem als Blinder Passagier auf Schiffsrümpfen um die ganze Welt. Sie wurde bereits 2013 auf der Warnliste der Bundesagentur für Naturschutz (link) geführt; daher ist ihre Ankunft keine Überraschung. Eine weitere Ausbreitung in der Nordsee muss leider befürchtet werden.

 

Weltweit gilt Undaria als dominante Alge, die andere Arten verdrängt und Benthos-gemeinschaften verändern kann. Ausserdem verursacht sie hohe Unterhaltskosten in der Aquakultur, Fischerei und Schifffahrt. Solche negativen Effekte sind jedoch bisher aus unseren Breiten nicht bekannt geworden.

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© Kai Hoppe